100 Jahre GBG

Shownotes

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Zu Publikationen der GBG im Online-Shop des MARCHIVUM GESCHICHTEN AUS DEM BUNKER

Der Podcast aus dem MARCHIVUM, Mannheims Archiv, Haus der Stadtgeschichte und Erinnerung. Eine Koproduktion mit der Kulturredaktion des bermuda.funk – dem Freien Radio Rhein-Neckar e. V., unterstützt vom Freundeskreis MARCHIVUM.

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00:00:04: Heute zum Thema Hundert Jahre GBG in Mannheim.

00:00:27: Mein Name ist Annette Lennards und bei uns im Bermudafunkstudio freue ich mich auf das Gespräch mit Heiko Brom, Pressechef und Leiter der Unternehmenskommunikation der GBG.

00:00:38: Und mit Harald Stockert, er ist Historiker und Direktor des Marchivums und erfindet dieses Podcast – und wir haben ja auch schon viele Podcasts hier zusammen gemacht!

00:00:47: Die GBG ist ein sehr spannendes Thema.

00:00:50: Im Volksmund nennen die Mannheimers immer noch die Gemeinnützige.

00:00:54: Sie startete im Jahr neunzehntundalsächsendzwanzig bei Null und heute unterhält sie zwanzigtausend Wohnungen.

00:01:01: Die beiden Gäste hier im Studio haben ein dickes, sehr interessantes Buch mit vielen Bildern dazu herausgegeben und ich glaube vierzehn Menschen haben sie dabei unterstützt.

00:01:12: Der Titel die GBG in Mannheim Hundert Jahre in hundert Geschichten.

00:01:17: Ich habe ziemlich viele davon gelesen alle sehr spannend Zeitgeschichte pur.

00:01:22: Ein paar davon werden wir heute sicher hören können.

00:01:26: Ich selbst war ja schon von dem Titelbild überrascht.

00:01:29: Ein Foto aus dem Jahre, ... ... das ist ein Abenteuerspielplatz.

00:01:37: Dicke Wale zum Klettern sind da.

00:01:38: Ein großes Segelschiff?

00:01:39: Nein!

00:01:40: Ein Segelflos und vieles mehr.

00:01:43: Sehr ungewöhnlich dass bei dieser immer noch herrschenden eigentlich nach Kriegswohnungsnot die GBG auch so neuartige moderne Spielplätze baute.

00:01:53: Und gleichzeitig finde ich das Foto ist auch sehr symbolisch für die Gemeinnützige oder die GBG, die erkannte früh das Wohnungsbau ja mehr bieten muss als nur Wohnraum.

00:02:05: Und schon vor hundert Jahren zeigte sich dieses Mehr im ersten Bauvorhaben der Erlenhofsiedlung – darauf kommen wir noch zu sprechen – aber vorher frage ich hier den Schichtsexperten Harald Stockard vom Archivum wie kam es eigentlich zur Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft?

00:02:21: Zuvor war das Der Aufgabe der Stadt, oder?

00:02:25: Wie war das geregelt?

00:02:27: Ja einerseits natürlich gibt es den großen Privatmarkt.

00:02:31: Die Stadt hat da partiell eingegriffen.

00:02:34: aber vielleicht noch ein bisschen ins neunzehnte Jahr unterzuschauen Mannheim wächst sehr, sehr schnell im Zuge der Industrialisierung und das herrscht permanent Wohnungsknappheit.

00:02:44: Und in dieser Zeit sind es vor allem Unternehmen die bauen, die bauen Arbeitssiedlungen und es gibt auch Anstrengungen der Stadt entsprechend des Wohnungsbauunternehmens zu gründen.

00:02:55: Das scheitert zunächst weil es ist natürlich immer ein Konflikt zwischen freiem Markt- und Marktsteuerung.

00:03:03: Der geht im neunzehnten Jahrhundert überwiegend zugunsten des freien Marktes aus.

00:03:08: Entscheidend ist nun der Erste Weltkrieg.

00:03:11: Der Erste-Weltkriege hat natürlich eine gravierende Bedeutung auch für den Wohnungsmarkt, einerseits werden in dieser Zeit keine Wohnungen gebaut und nach dem ersten Weltkrig setzt eine große Migrationswelle nach Mannheim an Also einerseits vertriebene, aus verlorenem Gebieten wie Elsas Lotringen und gleichzeitig eine Landflucht auch aus dem Odenwald teilweise auch aus der Pfalz.

00:03:35: Aus Nordbaden und entsprechend fehlenden Wohnungen.

00:03:38: Mannheim wächst in dieser Zeit um vierzigtausend Einwohnern wenn man die ersten fünf Jahre der zwanziger Jahre sieht.

00:03:45: und dann merkt man schnell Der freie Markt kommt nicht hinterher.

00:03:49: Die Stadt versucht es anfänglich mit dem Hochbauabend, dass die Siedlungen bauen.

00:03:53: aber das überfordert die Stadt und deswegen orientiert man sich an anderen Modellen und konkret am Berliner Modell und gründet neunzehntundzechsundzwanzig die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft in Mannheim.

00:04:08: und das ist die Geburtsstunde der GBG

00:04:10: Genau.

00:04:10: Das habe ich auch gelesen, da kamen extra Berliner Experte und innerhalb eines Tages hat man dann gewusst wie man es machen muss und hat sich entschlossen das in Angriff zu nehmen.

00:04:18: so eine Gesellschaft zu gründen war ja auch nicht einfach der musste finanziert werden.

00:04:22: Sparkasse usw.

00:04:23: musste mit rein heute.

00:04:25: Wie ist das heute?

00:04:25: Wer ist denn noch Mitfinanzierer?

00:04:29: Heute sind wir ein städtisches Unternehmen,

00:04:30: d.h.,

00:04:31: da ist kein Prozent statt.

00:04:34: Okay, Herr Kübrum war das gerade.

00:04:36: Und nun mal zur Erlenhofsiedlung, gleich dahin.

00:04:38: Das war ja eigentlich das erste Wohnprojekt und es gibt diese eindrucksvolle Siedlung heute immer noch aus wirklichem Stil der neuen Sachlichkeit.

00:04:47: ein Schmuckstück damals und heute.

00:04:50: Da ist wirklich mehr gemacht worden als nur irgendwelche Wohnungen hochzubauen – was ist dieses Meer ein?

00:04:58: Also zunächst einmal muss man die Epoche sehen.

00:05:00: Man hat hier einen sehr modernen Bau im Stile des neuen Bauerns, der sich an der neuen Sachlichkeit als Architektur Richtung orientiert.

00:05:09: Wir haben integriert hier Baublöcke mit viel Grün außen rum das heißt auch ein Stück weit Wohnen im Grünen hat man damals schon versucht zu berücksichtigen.

00:05:19: eben er wollte von dem Elendermietzkaserne weg und den Lebensraum bieten Und das Ganze spiegelt sich dann aber auch in der Architektur wieder.

00:05:27: Also schnökelose, glatte Wände, klare Formen, eine klare Sprache... Das Äußeren wird dann auch noch versehen mit Modell.

00:05:39: Interieur sei es Küchen, sei es aber auch Zuschnitte von Wohnungen.

00:05:44: Was besonders ist am Ellenhof A?

00:05:47: Es wird innerhalb vor zwei Jahren gebaut.

00:05:48: ein Riesenblock liegt auch daran, dass die Pläne in der Schublade lagen.

00:05:54: Die wurden vorher schon ausgearbeitet unter einer anderen Trägerschaft aber geht dann an die GWG und zieht das super durch in kurzer Zeit.

00:06:02: Also

00:06:02: Baurekord habe ich da gelesen?

00:06:03: Genau also wäre heute schwer vorstellbar.

00:06:06: Aber natürlich die Genehmigungsprozesse waren einfach und wenn man die Plähne schon hat Dann geht sowas auch.

00:06:13: Und das Ganze richtet sich Primär, ich sag jetzt mal an den Mittelstand.

00:06:18: Also es ist nicht an die einfachen armen Menschen in Mannheim sondern es richtet sich ein kleinbürgerliche Familienmusseneinkommen gibt und das muss man vielleicht noch dazu sagen weil häufig assoziiert wird.

00:06:31: die GBG macht ausschließlich sozialer Wohnungsbau in der Zeit?

00:06:35: Nein also das richtet dich, ich sage jetzt mal, an die Mittelschicht.

00:06:38: Ja war die Miete zu teuer sozusagen?

00:06:40: Genau

00:06:41: Ja, der nächste Clou gelangt an.

00:06:43: Da baute die GBG ja die Müllblocks mit Hundertsechzigwohnern halten also nicht ganz so groß Wie der Erlenhof.

00:06:50: Und das war in der Schwetzingerstadt, ich hab da lange neben dran gewohnt und es ist so halbrund gebaut mit dunklen Klinkersteinen.

00:06:58: Ich finde, dass hat immer noch was modernes auch wieder neue Sachlichkeit neues bauen Mit luftigem Innenhof Kindergarten waren damals glaube ich sogar schon drin Lassich jetzt sowieso und viele Beratung stellen und so

00:07:09: Auch eine Bibliothek ganz neu Da war... Das ist die Zeit in der Leserhalle, nennt sich das damals.

00:07:16: Also das ist ne Öffnung des Büchereiwesens.

00:07:19: Und das ist die erste Außenstelle der Mannheimer Lesehalle, der heutigen Stadtbibliothek.

00:07:24: also auch da ist nicht nur der Wohnauftrag sondern auch der Bildungsauftrag verbunden miteinander verbunden worden und es war auch sehr sehr innovativ.

00:07:32: Ja und dann kamen wir aber bei der Börsencrash und natürlich die Zeit des Nationalsozialismus, auch die GWG gleichgeschaltet.

00:07:42: Und wurde da eigentlich noch gebaut in der Zeit?

00:07:45: Ja sicher.

00:07:45: Die Bautätigkeit setzt sich unter der nationalsozialistischen Herrschaft fort, allerdings gibt es eine neue Ausrichtung.

00:07:54: Man geht eher in den Kleinsiedlungsbau.

00:07:56: Also kleine Häuser oder Doppelhäuser also nicht mehr diese großen Blocks so sehr sondern die Idee ist natürlich so eine Art Blut und Boden Ideologie, die dahinter steht.

00:08:07: Jeder Hausbesitzer seine eigene Scholle, jeder kann Subsistenz machen und natürlich ist der Markt nicht mehr offen für jedermann in Mannheim sondern da kommen nur verdiente arische Volksgenossen zum Zuge wenn es um die Vergabe der Wohnungen geht oder diese Häuser.

00:08:25: Und dann der Krieg.

00:08:26: Siebzigtausend Menschen waren wohnungslos danach, ne?

00:08:29: So viel ist zertrümmelt und kaputt gegangen auch von der GBGs.

00:08:33: sicher viel kaputtgegangen Ja.

00:08:35: und jetzt komme ich natürlich zu der Nachkriegszeit zum Bunker.

00:08:40: Der Bunkern in dem das Machivum Das wunderbare Museum und Stadtarchiv heute untergebracht ist, der hat ja sehr vielen Menschen das Leben gerettet.

00:08:50: während des Krieges War er wieder ganz notwendig, obwohl keine Bomben mehr fehlen?

00:08:56: Das ist eine ganz besondere Geschichte Harald Stock hat.

00:08:59: Genau also es hat man zunächst gar nicht so oft im Schirm.

00:09:02: der Bunker wird von den Amerikanern beschlagnahmen aber dann auch schon aus dem Jahr neunzigzechsundvierzig freigegeben an die GBG übertragen und die vermietet da Notwohnungen.

00:09:14: Du hast ja gesagt siebzigtausend Menschen ohne Wohnung und da werden natürlich auch die Bunkers herangezogen.

00:09:21: Das

00:09:22: Wohnen im Bunker ist alles andere als, ich sag jetzt mal menschenwürdig.

00:09:26: Es war eine Notsituation.

00:09:27: also wir haben natürlich den Bunkern ohne Fenster.

00:09:30: Also Frischluft kommt da nicht rein man kann auch kein Feuer machen was ein großes Problem für das Heizen und fürs Kochen darstellt.

00:09:38: Also es funktioniert alles nur mit Elektroheizung kochen mit Elektrizität Und natürlich ist es sehr, sehr feucht in dem Gebäude.

00:09:46: Es ist ein Riesengebäude und wir haben GBG-Akten bei uns im Archiv, in denen sich Menschen an die Geschäftsführung wenden und bitten daraus zu kommen weil die Kinder krank werden angesichts der Feuchtigkeit, die da drin ist.

00:10:01: Es gibt viele Menschen, die depressiv werden und es gibt den bösen Witz... dass ich zwei Menschen auf der Straße treffe, die im Bunker wohnen und da eine sagt mir geht es so schlecht.

00:10:10: Am liebsten würde ich den Gashahn auftreten.

00:10:11: Da sagt der andere das geht gar nicht.

00:10:13: Ich wohne in dem Bunkern also da bleibt einem das Lachen im Hals stecken und das zeigt diese Wohnungsnot und auch diese Notlösung der Bunkers.

00:10:23: und manchivum ist ein ehemaliger Wohnbunker.

00:10:25: Das

00:10:26: war ja noch bis glaube ich sechzig Jahre, vierundsechzig oder so zog der Letzte aus

00:10:31: genau

00:10:32: Also unglaublich lang, zwanzig Jahre.

00:10:35: Ein großes Problem.

00:10:37: in der Stadt wird die Vogelstangen hochgezogen und trotzdem müssen noch Menschen im Bunker leben.

00:10:42: also das ist alles andere als ideal.

00:10:45: Ja und wie kam es nun zum neuen Standort des Stadtarchivs?

00:10:49: und dann Archivung?

00:10:50: Da kam auch die GBG auch mal wieder ins Spiel.

00:10:54: da steigt ihm mit ein.

00:10:55: Ich glaube es fing damit an, dass im Colini-Center eigentlich alles zu Bruch ging in der ehemaligen Residenz des Stadtarchivs.

00:11:05: Ja also zum Bruch gings nicht aber Wasserdrang ein!

00:11:08: Also die Klimaanlage war schadhaft und es gab mehrere Wassereinbrüche.

00:11:16: und ich erinnere mich immer noch das ist jetzt erlebte Zeitgeschichte Wie ich an Frun Leichnam in den Anruf abends bekommen habe, bei euch regnet es von der Decke.

00:11:27: Die Feuerwehr ist da und da war die Frage müssen wir räumen?

00:11:33: Wir haben dann nicht geräumt, wir haben alles abgedeckt aber das war klar, wir können dieses Haus nicht behalten.

00:11:38: Da hätten wir so viel investieren müssen komplett entkernen und da hat die Stadt dann noch Abstand genommen davon.

00:11:44: Und da kam die Idee auf Freundeskreis bzw.

00:11:49: Mannheimer Architektur und Bauarchiv, man könnte doch den Ochsenferchbunkern nehmen der damals in der OPRO des Liegenschaftsamtes war.

00:11:59: und dann gab es eine wunderbare Strategie die mein Vorgänger Prof.

00:12:03: Dr.

00:12:04: Niese entwickelt hat weil natürlich war die Frage können wir uns das überhaupt leisten als Stadt Mannheim?

00:12:09: Und da kam die GBG ins Spiel.

00:12:12: Kann ich gerne noch mal ergänzen?

00:12:14: Manchmal ist es ja so, wenn die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt zusammenkommen.

00:12:18: Dann kann da auch was Gutes draus entstehen.

00:12:20: und genauso war's zu dem Zeitpunkt, dass Herrn Nies eben mit Herrn Bill Meier damals Geschäftsführer der GBG und dem Oberbürgermeister damals Dr.

00:12:29: Peter Kurz zusammenkam die drei quasi sich relativ schnell darauf verständigt hatten, dass das ein Weg sein könnte eben den Ochsenferchbunker umzubauen und dann natürlich alle Kremien mitgenommen haben.

00:12:40: Alle beteiligt haben sie zu Hürmen.

00:12:42: zu so einem Prozess dazugehören, aber gleichzeitig trotzdem sehr schnell eben diese Einigung erzielen konnten hier um und auszubauen und dem Archivum eine neue Heimat

00:12:53: zu geben.

00:12:54: Ist ja spektakulär umgebaut worden!

00:12:56: Gab auch einen Architekturpreis mit dem Aufbau wahrscheinlich auf.

00:12:59: der obendrauf ist aus Glas und natürlich für die Archivalien ideal oder?

00:13:05: Genau

00:13:05: wir haben super dicke Wände Und das heißt, wir müssen zwar immer noch klimatisieren im Innern.

00:13:11: Aber wir haben ein sehr träges Raumklima und das ist genau das was wir brauchen.

00:13:16: als es schlimmste ist uns ständig Ausschläge nach oben und unten gibt.

00:13:20: Wir haben ja heute, glaube ich, thirty- acht oder siebenunddreißig Grad wieder draußen.

00:13:23: Ich war gestern in den Magazin abgesehen.

00:13:26: Einzwanzig Grad!

00:13:27: Das ist traumhaft.

00:13:28: Ach, ich habe auch schon selten.

00:13:30: Ich komme da alles mal hin neben meinen Laptop mit Ja

00:13:33: gerne.

00:13:35: Also auf jeden Fall ist es ein wunderbares Museum auch geworden, also mit zwei eigentlich fast drei Etagen.

00:13:41: Museum ja und zwar ganz ungewöhnlich.

00:13:44: Ganz, ganz modern alles digital.

00:13:46: man wischt und drückt und kriegt Wortduschen von oben und von unten.

00:13:50: so ein tolles interessantes Stadtmuseum für Stadtgeschichte gibt es wahrscheinlich so häufig in Deutschland.

00:13:59: Ja, und dann las ich mit Begeisterung vom ersten Wolkenkratzer Mannheims der Zehn-Stockwerke hatte – das war damals wahrscheinlich wirklich sensationell!

00:14:08: Und da steht auf dem Lindenhof das Wohnheim für alleinstehende Frauen.

00:14:15: Herr Brum?

00:14:15: Das Wohnheim ist Ihnen ja gut bekannt

00:14:18: Das ist mir gut bekannt, ja gerade auch ganz aktuell weil wir jetzt da die eine Fassade auch noch verziert haben mit einem Stadtwand Kunstprojekt.

00:14:24: Mit dem ganz tollen großen Wandbild.

00:14:27: aber das Gebäude an sich ist auch schon wirklich spektakulär.

00:14:30: Auch wenn man sich vorstellt dass dieses Gebäudee... Wir hatten es eben schon über den Erlenhof und in zwei Jahren Bauzeit.

00:14:35: Dieses Gebäuden eben am Rheinufer ist in einem halben Jahr Bauzeit entstanden.

00:14:39: Das ist heute einfach unvorstellbar.

00:14:41: Also das ist der absolute

00:14:43: Rekord?

00:14:43: Ja, wahrscheinlich auch für uns weiterhin.

00:14:45: Auch damals mit einer ganz modernen Bautechnik.

00:14:48: Erzählen Sie mal was!

00:14:49: Das habe ich da gelesen und es war ganz schwierig zu verstehen aber sensationell auch ohne Stahl.

00:14:54: Da war Baumaterial natürlich knapp vor allem Stahl, was es gab waren viele Trümmer.

00:14:59: Und daraus zum Teil zumindest einmal aufbereitet konnte man so eine Schüttbeton-Mischung herstellen mit der dieses ganze Gebäude gebaut wurde und eben auch heute noch steht Und auch heute noch Wohnung beinhaltet, keine Hundert mehr.

00:15:11: Früher war es ja ein Wohnheim tatsächlich für allein stehende Frauen.

00:15:14: Heute ist das ganz normales Wohnhaus.

00:15:16: Das heißt aus den Einzimmerwohnungen wurden jetzt kleine Zweizimmer-Apartments.

00:15:20: natürlich tolle Lage direkt am Rheinufer.

00:15:25: Ja und das ist natürlich auch toll mit dem neuen Wandgemälde da haben wir uns ja getroffen als dass der Presse vorgestellt worden ist dieses Wandgemälde.

00:15:35: Da hat man ja auch einen Kapitel kennengelernt Dass die GWG auch auszeichnet nämlich Kunstförderung.

00:15:41: Sie machen das ja schon ganz lange, dass sie die Murals, die Wand gemälde, die es in der Stadt gibt von der Initiative Stadtwandkunst mit finanzieren.

00:15:52: sozusagen kann man so sagen

00:15:53: Das kann man so sagen.

00:15:54: Wir sind einfach Förderer des Programms, wir finanzieren das Programm mit und wir stellen eben Wände zur Verfügung.

00:16:00: Das war der Anfang des Ganzen also als es losgingen.

00:16:02: Zwei tausend zwölf dreizehn ist eben Söhrin Gerholt damals von der alten Feuerwache war auf der Suche nach einer ersten Wand.

00:16:08: da war es noch kein großes Projekt sondern da sollte einfach mal eine Wand bemalt werden Und da kam er eben zu uns und wurde da fündig.

00:16:15: Wir konnten eine Fassade zur Verfügung stellen, und daraus wurde dann jetzt in den in den vierzehn-fünfzehn Jahren dieses Projekt stattwand Kunst was ja mittlerweile auch viele andere Wände bespielt aber mehrheitlich weiter auf dem GBG-Fassaden ist und ich finde es ein ganz tolles Win-Win.

00:16:31: also für alle Beteiligten Ja!

00:16:33: Für alle Mannheimerinnen und Mannheimer Auch für unsere Mieterinnen und Mietern und eben auch für die Künstler wertet manheim wirklich auf.

00:16:41: Also, man muss ja sagen die ersten wurden ja F-Sex.

00:16:45: F-Seven und so an die wirklich graubrauen Wände gemalt ein Wohnblock wie der andere.

00:16:51: Die Kinder freuen sich jetzt sehr.

00:16:53: Sie können sagen ich wohne da im Block von der Oma oder vom Hund Oder von wem auch immer weil das sind ja große Formate an der Wand Und es hat wirklich das Wohngebiet verändert.

00:17:04: Muss man ehrlich sagen Es ist eine Sensation.

00:17:06: Da gibt's Führungen hin.

00:17:08: Ja, das ist ganz was anderes geworden finde ich ganz toll, aber auch noch eine wunderbare Geschichte entdecke ich bei dem Hochhaus.

00:17:15: Das ist nämlich das mein Lieblingsfoto überhaupt!

00:17:18: Da steht eine junge Frau auf dem Dach von den alleinstehenden Frauen auf dem Wolkenkratzer-auf der Dachterrasse und guckt auf den Rhein.

00:17:26: Es ist so schön und es ist von Robert Häuser unser einziger Hasselblattpreisträger, den wir haben weit und breit ja... Und er hat ganz viel fotografiert für die GWG.

00:17:36: Ja, das muss ich auch sagen.

00:17:37: Das ist ein fantastisches Foto, finde ich auch.

00:17:39: Also es ist wirklich ein ganz tolles Bild und keiner wird annehmen dass das Mannheim ist auf den ersten Blick mit dem Rhein im Hintergrund und so sieht wirklich super aus.

00:17:47: Robert Häuser war vor seiner Karriere, muss man sagen, vor seiner internationalen Karrieren kam er nach Mannheim, war einfach als junger Mann auf der Suche nach Aufträgen Und ist dann damals auch von der GBG beauftragt worden, unseren Bestand jetzt nicht komplett zu fotografieren.

00:18:01: Aber immer wieder da neue Gebäude zu fotografiern.

00:18:04: Das heißt wir haben heute liegt alles im Archivum viele Oberthäuserfotografien von GBG-Gebäuden aus den

00:18:11: fünften und sechsiger Jahren, hauptsächlich fünfzehn Jahre.

00:18:14: Ja,

00:18:15: toll!

00:18:15: Ein paar wurden schon ausgestellt in dem Reis Engelhorn Museum.

00:18:20: Da habe ich das nämlich schon gesehen.

00:18:21: Da hab' ich gedacht ah was für ein tolles

00:18:22: Foto.

00:18:22: Ja das ist eine herausragende Wunderbarkeit.

00:18:25: Ja, und dann auch noch mal was gar nichts mit Bauen zu tun hat ist die GWG auch noch Sportförderer oder Förderin.

00:18:33: Und ich habe gerade heute gelesen dass der Yemishi Mabri Bronze gewonnen hat.

00:18:38: Die war ja auch in dem Programm der GWG?

00:18:40: Absolut!

00:18:40: Die war in unserem ersten Junior-Team dabei Und damit haben wir jetzt auch eine Olympiasiegerin, weil das ist ja mittlerweile auch bei uns im Team.

00:18:49: Wir haben uns entschieden vor einigen Jahren damals waren wir noch an unterschiedlichen Stellen im Sport in der Sportförderung aktiv uns dann neu aufzustellen und haben uns eben konzentriert oder konzentrierend uns noch heute auf Nachwuchssportlerinnen und Sportler die ich sage mal eher aus Rand-Sportarten kommen oder zumindest mal aus Sportarten die nicht so ganz im Zentrum stehen nur nicht so viel Geld

00:19:08: hin.

00:19:08: Also

00:19:08: kein Fußball!

00:19:12: Und waren dann da auf der Suche nach Sportlern und das sind auch Leichtathleten dabei, das sind aber mittlerweile auch Kampfsportler dabei.

00:19:18: Da ist ein Ringer dabei, da sind Fahrradfahrer dabei, Schwimmer also viele unterschiedliche Sportler und die je misi war in unserem ersten Team.

00:19:25: Und das hier natürlich wahnsinnig stolz muss ich sagen.

00:19:27: und auch an der Stelle nochmal Glückwunsch jetzt zu Bronze!

00:19:30: Ja, wir waren alle stolz.

00:19:33: Ein heikles Kapitel, das dreht sich so um die Mieterproblematiken.

00:19:38: also wenn Mieta keine Miete mehr bezahlen oder nicht bezahlen können dann hat die GBG die ja früher in so einfachstwohnung eingewiesen.

00:19:46: Da gibt es ja die Ludwig Jolli-Strasse, wo immer bösartig gehört.

00:19:51: Wie da immer Apache Blocks oder so was gesagt worden ist zu denen.

00:19:55: Ja, da wollte wohl niemand wohnen... wie war das damals?

00:19:57: War das zur Abschreckung gedacht oder was war da so die Politik?

00:20:01: Genau also das war einerseits ging's drum dass man die Menschen aus den Bunkern herausbringt und da hat mal ausgewählt ein Stück weit.

00:20:12: Und man hat sehr, sehr billige sogenannte Bunker-Ersatzwohnungen gebaut und hierbei handelt es sich um diese Blocks in der Tolle Straße.

00:20:22: Dieser Begriff sagt ja schon etwas aus Bunkersatzwohnungen.

00:20:26: also dass das jetzt nicht sehr hochwertig ist sondern das wurde schnell zusammengebaut wird auch schnell hochgezogen muss man leider sagen fast absichtlich ein neuer sozialer Brennpunkt geschaffen.

00:20:40: Man hat natürlich diese Auswirkungen nicht gesehen, sondern man wollte einfach die Menschen aus dem Bunkern haben und man hat ausgewählt hier kommen die sozial Schwachen rein, die nicht zahlen und da hat man sich eine Problematik generiert der man sich dann Ende der Neunziger in den Zweitausenden stärker zugewandt hat.

00:20:57: Dann wurden diese Block-Sanier, die Wohnungen wurden vergrößert.

00:21:01: Die sanitären Ausstattung wurden verbessert aber das war in den fünftiger Jahren wirklich sehr schlecht und entsprechend waren die Leute auch stigmatisiert, die dort wohnten.

00:21:11: Das war ja auch der Begriff, den du gesagt hast suggeriert.

00:21:15: also da hat man es tatsächlich noch mit Abschreckung im Wohnungsbaupolitik gearbeitet.

00:21:26: Die GBG Baute und Baute, hohe Häuser zum Beispiel am Au-Buckel.

00:21:30: Und da ist ja dieser Spielplatz auch der Schöne vom Titelbild?

00:21:34: Ja genau!

00:21:35: Dann das zur Bundesgartenschau Femm-Siebzig.

00:21:37: Das war ja ganz toll die Herz und Rietbebauung.

00:21:39: Das war ein riesen Projekt gewesen.

00:21:42: Und geglückt muss man sagen.

00:21:44: Ganz toll.

00:21:45: Auch gemischtes Wohnen.

00:21:46: Es hat aber nicht die GBG allein hochgezogen.

00:21:49: Aber zu großen Teilen.

00:21:50: Aber es gibt noch andere Akteure.

00:21:52: Heute ja noch ein sehr beliebtes Wohngebiet direkt am Park.

00:21:55: Da wohnt man natürlich auch mit Kindern ganz toll.

00:21:58: Dann auch Waldhof Ost, das war vorher schon und da wurde ja auch ein ganzes Viertel so gebaut mit Vierteln oder auf jeden Fall mehr als nur Wohnungen mit Schwimmbad- und Einkaufszentrum usw.

00:22:10: Genau!

00:22:10: Das war eine spannende Zeit, dass die GBG noch freier agieren konnte also sprich nicht Wohnungen herstellen konnte sondern bauten nannte man das Ganze.

00:22:21: Also du hast ja genannten Polizeistationen, Schwimmbad-Einkaufszentrum.

00:22:26: Damals war die GBG schon ähnlich eine Allzweckwaffe in der Baupolitik wie es auch heute ist.

00:22:33: Das Ganze wurde dann aber in den Siebzigerjahren zurückgefahren weil sich die Gesetzeslage geändert hat.

00:22:38: Die Gemeinnützigkeit hat ne Rolle gespielt und eine gemeinnütze kann keine Polizeistations bauen.

00:22:44: Und deswegen hat man damals neues Unternehmen gegründet die MWS Ebenfalls sehr stark als eine Tochter der GBG.

00:22:54: Eine hundertprozentige, beziehungsweise neunzig Prozent zusammen mit der Stadtsparkasse.

00:22:59: und die war eben auch ein Bauträger in Mannheim, der für alle möglichen Bauten, die wir heute noch kennen zuständig war vom N-I über das Waldhofstadion, die jüdische Sedagoge bis hin zur Schule Fachhochschule für Arbeit draußen im Neuostalm.

00:23:17: Das hängt da alles miteinander zusammen.

00:23:18: also erst baut die GBG ganz viel, dann darf sie nicht mehr und dann gründet man die MWS.

00:23:23: Man spezialisiert sich dann

00:23:24: wieder.

00:23:25: Und hinterher kommen noch viele mehr Töchter dazu.

00:23:27: Genau!

00:23:28: Also das ist ein sehr fruchtbares

00:23:29: Unternehmen.

00:23:31: Ja, stimmt.

00:23:31: Stimmt ja.

00:23:33: Aber in ganz Deutschland berühmt Benz-Baracken in Anführungsstreichen gibt es ja gar nicht mehr.

00:23:39: Die Sendung heißt herz und herzlich und alle kennen diesem Mannheimer Problemgebiet.

00:23:45: Ja, wie kann eine Baugesellschaft in solche Probleme angehen?

00:23:49: Soziale Probleme im Grunde.

00:23:51: Ich würde mal sagen bestimmt auf vielen Wegen jetzt mal ganz unmittelbar auf zwei.

00:23:55: Einmal ist es natürlich indem man den Wohnraum anpasst.

00:23:58: das ist das was wir ja auch seit vielen Jahren machen.

00:24:00: eben was sie hier auch schon sagt Herr Stokke hat dass wir einfach die Wohnung modernisieren, anpassen zum modernen Wohnraum umgestalten.

00:24:08: Und das zweite, was wir auch schon vor vielen Jahrzehnten begonnen haben ist eben mehr als Wohnungen zu bauen.

00:24:15: Wir haben mittlerweile so ein soziales Management.

00:24:18: Das heißt bei uns arbeiten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter die eben auch den Menschen ihre Hilfe anbieten um sozusagen Menschen, die die Hilfe brauchen, um da eben auch ich sage mal Härten abzumildern wo es einfach nötig ist.

00:24:32: Und da arbeiten wir auch dran, auch weiterhin und auch im Waldhof Ost zum Beispiel.

00:24:36: Denn von diesem Bezirk den man heute noch Benz-Baracken nennt – auch wenn es gar nicht mehr Sinn ist.

00:24:41: Auch davon steht ja ein Teil schon nicht mehr und wurde durch Neubauten ersetzt.

00:24:45: Also da geht's eben auch stellenweise oben eine neue Adressbildung zu schaffen und einfach mit neuen Wohnungen für bessere Lebensbedingungen zu

00:24:54: sorgen.".

00:24:55: Die können natürlich nicht alles abdecken, aber die versuchen einfach dort wo zum Beispiel, wo es Schwierigkeiten gibt zwischen Mietern.

00:25:01: Wo's Schwierigkeit mit Mietzahlungen gibt da einfach frühzeitig einzugreifen um zu helfen.

00:25:06: Gleichzeitig unterstützen wir natürlich auch noch viele andere Träger, die Quartiermanagement und Quartiarbeit anbieten, um da eben vor Ort aktiv zu sein.

00:25:15: Und da sind ja dann auch wieder Tochtergesellschaft und Service.

00:25:18: Gab es ja auch so eine Service-Gesellschaft, gibt es immer noch.

00:25:21: und Chance?

00:25:24: Ja genau, wir haben viele unterschiedliche Aufgaben zum Teil jetzt nicht unbedingt soziale Aufgaben.

00:25:30: Zum Teil ging's z.B.

00:25:31: auch um das Ablesen von Heizungsanlagen, um den Einbau und die Wartung von Rauchmeldern.

00:25:37: Das ist ein Teil der Aufgaben, die haben wir ausgelagert in einer Tochter-Selbschaft.

00:25:41: oder dann gings auch bei der Chance eben drum Einmal Arbeitsplätze zu schaffen für Menschen, die schon lang aus der Arbeit raus sind.

00:25:48: Also klassische Langzeitarbeitslose um hier einfach wieder eine Rückkehr in die Erwerbstätigkeit zu ermöglichen und gleichzeitig auch Dienstleistungen für unsere Mieterinnen und Miete anzubieten.

00:25:58: Das ist die Grundidee, die dahinter steht.

00:26:00: Langzeitarbeitsloser, die dann zum Beispiel älteren Menschen

00:26:04: helfen und

00:26:05: einkaufen, putzen ...

00:26:07: Genau das war eine Idee, mittlerweile auch in den Quartieren tätig sind.

00:26:12: Leichte Reinigungsarbeiten machen solche Dinge genau.

00:26:15: Ja also wirklich viel mehr als nur Wohnungsbau.

00:26:20: Ein Konflikt würde ich eventuell noch ansprechen.

00:26:22: da ging es um Mieterhöhungen und der LASIG, das war ein kommunikatives Fiasco LASIK in dem Buch Und das muss richtig Wellen geschlagen haben in Mannheim als EEWG dann um dreißig Prozent die Mieten erhöhte innerhalb von drei Jahren oder für drei Jahre.

00:26:37: Im Schnitt genau, das ist eher im Durchschnitt.

00:26:41: also tatsächlich war es ein Desast in der Kommunikation und auch Thema der Gemeindepolitik, der Stadtpolitik.

00:26:49: da hatten wir einfach noch diese Struktur dass der Gemeinderat da sehr starke Mitsprache hatte, was auch Mieten anbetrifft.

00:26:58: Und die GBG hat sich aufgrund neuer Richtlinien entschlossen wir wollen mal unsere Mieten vereinheitlichen.

00:27:05: Hintergrund war der das für viele Wohnungen galten soziale Vorgaben aufgrund von Förderungen und deswegen waren diese niedrig die Mieten.

00:27:15: Das hat man nie angepasst, auch nachdem die Förderung abgelaufen ist.

00:27:19: Und deswegen gab es bei der GBG ein sehr breites Spektrum an Mieten pro Quadratmeter.

00:27:25: Und das hat man versucht jetzt zu systematisieren und einen Durchschnittswert zu bilden.

00:27:30: Hat dazu geführt dass es in Einzelfälle eine Steigerung von hundert Prozent gab.

00:27:34: Die wurde angekündigt.

00:27:36: Die Menschen haben die Briefe gekriegt Und die sind natürlich aus allen Wolken gefallen.

00:27:40: Im Durchschnitt waren es dreißig und das ging dann direkt natürlich auch an die Presse, da Oberbürgermeister hat auch aus der Presse erst davon erfahren dass die Begehtes zack so umgesetzt hat.

00:27:51: Es war vorbesprochen.

00:27:53: Natürlich sollte es viel softer vor sich gehen aber naja also auf jeden Fall Damit war ein Riesenschlamassel da, das Ganze ging in den Gemeinderat.

00:28:02: Das hat die Öffentlichkeit mobilisiert und es gab Initiativen.

00:28:05: Eine Mieternotgemeinschaft hat sich gegründet auf jeden Fall.

00:28:09: Es gab viele kommunikative Scherben.

00:28:11: Die GBG musste dann zurück rudern und hat diese Vereinheitlichung als Ganzes zurückgenommen.

00:28:17: Hat natürlich trotzdem Mieten erhöht aber ... kann man sagen, die Zeit in der DGBG ein sehr, sehr negatives Image hatte als raffgierig, als instransparent.

00:28:29: Und davon ist die GBG dann in den nächsten Jahren.

00:28:34: da hat man eine behutsamere Kommunikationspolitik gefahren, den Achtzigern weit weg und finde ich das mit heute vergleich.

00:28:40: natürlich gibt es immer wieder Mieten ist ein sehr sensibles Thema aber so einen Volksaufstand der auch beim Petitionsausschuss des Landtags landete Das gab's nicht mehr.

00:28:50: Gott sei Dank!

00:28:51: Und heute?

00:28:52: Ja und das ist auch was, was ich jetzt ehrlich gesagt in dem Buchprojekt gelernt habe weil so eine Stimmung um die GBG und in der GBG das kenne ich heute gar nicht mehr.

00:29:01: also also jetzt auch schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr und hab' ich in den Buchprojekten gelernt dass in den siebzigern achtzehntet

00:29:06: sind.

00:29:06: Heute liegen ja die Mieten unter dem

00:29:09: Mitdurchschnitt Mannheim.

00:29:10: Sie lagen damals mit Sicherheit auch schon, aber das ist natürlich auch heute unser Prinzip und ist ja auch unsere Kernaufgabe günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

00:29:19: Und wir orientieren uns da einfach am Mannheimer Mietspiegel-Durchschnitt.

00:29:23: Das Ziel ist, dass wir einfach mit mindestens für mal neunzig Prozent unserer Wohnung immer unter dem Mannheimer Mitspiegel durchschnitten bleiben.

00:29:29: Es ist schon spürbar drunter.

00:29:32: Zwischen zwei Tausend und Zweitausend vierzehn war der Lehrstand dann groß und man baute dann noch nicht mehr weiter von der GBB und andere Städte haben in der Zeit ja verkauft ihre gemeinnützigen Baugesellschaften.

00:29:45: Das hat Mannheim nicht gemacht, Gott sei Dank!

00:29:48: Heute ist ja wieder so eine Situation.

00:29:50: die Städten sind den großen Problematiken.

00:29:53: Mannheim fünfhundert Millionen müssen irgendwie aufgebracht werden um die Schulden da einzutreiben.

00:30:00: Ist da die Gefahr wieder groß dass solche Kronjuwelen verkauft werden?

00:30:04: muss man das befürchten?

00:30:06: Also ich würde jetzt mal im Augenblick sagen, nein.

00:30:08: Ich glaube es nicht weil alle haben gelernt aus dieser Zeit Anfang der zweitausender Jahre genau wie sie sagen.

00:30:14: damals waren die Kommunen auch klamm mindestens klammen zum Teil auch mehr Und gleichzeitig war einfach die Entwicklung das Wohnraum nicht mehr so.

00:30:23: das Thema war öffentlich.

00:30:24: Es gab genug Wohnungen, das so war zumindest die Wahrnehmung.

00:30:27: Das heißt diese öffentliche Aufgabe sich um Wohnraum zu kümmern wird gar nicht mehr wahrgenommen von einigen Städten und da lag natürlich auch dem Zeitgeist geschuldet diese Idee nahe ich könnte ja unsere Wohnungen alle verkaufen.

00:30:39: danach ist die Stadt war sie schulkenfrei.

00:30:42: Bekanntes der Stadt in Deutschland war Dresden, die es gemacht hat hat alle ihre Wohnungen verkauft, war dann schuldenfrei.

00:30:49: In der Folge hatte sie einfach keinen Einfluss mehr auf den Wohnungsmarkt ist ja klar wenn man keine eigenen Wohnungen mehr hat und hat es sehr bereut wie manche andere Städte auch.

00:30:58: deswegen glaube ich dass das Risiko heute in der Form nicht mehr besteht.

00:31:02: Ich

00:31:02: glaube aus der Geschichte kann man lernen und das ist ein gutes Beispiel auch wenn es eine junge Geschichte ist.

00:31:07: also das wird sich kein Politiker heute trauen.

00:31:10: Zum Schluss noch diese richtige Mammutaufgabe, die die GBG zum großen Teil übernommen hat.

00:31:16: Die Konversionsflächen.

00:31:18: Als die Amerikaner die Stadt verließen haben wir ganz große Kasernenflächen auf einmal frei gehabt und man konnte bauen im großen Stil sozusagen Think Big!

00:31:30: Da wurde auch groß gedacht und kam auch Großes raus relativ schnell sogar irgendwie fast Rekordverdächtig wie schnell das gebaut wurde.

00:31:41: Ja, was ist der GBG da geglückt?

00:31:43: Worauf sind Sie heute stolz?

00:31:46: Ich finde wir können als Mannheim gemeinsam stolz drauf sein, was da passiert ist nämlich dass manheim den Weg eingeschlagen hat zu sagen Wir kaufen die Flächen selbst.

00:31:56: es ist ja nicht so dass die Mannheim zu gefallen sind.

00:31:58: Mannheim musste die flächen kaufen und Mannheim hat gesagt okay wir künden eine eigene Tochtergesellschaft.

00:32:02: Das ist die MWSP.

00:32:04: Das ist ne Tochter gesellschaft Der gbg gehört also zur GBG Gruppe Und diese Gesellschaft kümmert sich um die Flächen, kauft die Fläche an und macht daraus dann Wohngebiete oder aus einer früheren Kaserne Nutzflächen.

00:32:18: Dass das funktioniert hat, dass es da Einigkeit gab, da waren am Anfang ja auch nicht alle sicher ob der Prozess so funktionieren wird, ob man vielleicht ein Risiko geht... Aber dass da die Einigkeit eben dann doch da war und so schnell ja, so viele Wohngebiete entstehen konnten.

00:32:34: Man guckt sich Franklin an zum Beispiel mit schon acht tausend Menschen, die dort leben.

00:32:38: Es werden mal mehr als zehntausend

00:32:40: sein.

00:32:41: Oder Spinelli, genau am Buga Park zum Beispiel direkt.

00:32:44: Da ist einfach tolles entstanden und muss man ja ehrlicherweise sagen hat der Stadt Mannheim einfach auch Entwicklungsmöglichkeiten gegeben weil ein Backstum nach außen ist in Manheim ja nicht möglich.

00:32:54: das heißt wenn es um neuen Wohnraum geht sind diese Flächen einfach wahnsinnig wichtig für Mannheim.

00:33:00: Und da wurde Experimentiert und ganz neu modische Sachen ausprobiert wie Home, die Homehäuser

00:33:08: oder

00:33:09: Holzhybridbau.

00:33:10: Oder viel Grün.

00:33:11: also das ist ja ganz ökologisch auch.

00:33:15: Da konnte man so richtig mal zeigen was möglich ist.

00:33:19: Klar Ziel war und ist es natürlich weiterhin auf den Flächen für die Zukunft zu bauen.

00:33:23: Ist ja beim Bauen immer so was wir heute tun wirkt noch in Jahrzehnten d. h. da gilt's auch voraus zu denken Und ich finde, das wird da gemacht an ganz vielen Stellen.

00:33:32: Wie Sie sagen, ganz viel grün zum Beispiel, ganz hoher Grünenanteil und natürlich auch mal ein paar Hinguckergebäude die einfach zum Wiedererkennen dienen wie z.B.

00:33:40: die Home-Gebäude, die schon extrem außergewöhnlich sind muss man ehrlicherweise sagen.

00:33:45: Genau ist glaube ich für sechzehntausend Menschen geschaffen.

00:33:49: jetzt insgesamt?

00:33:50: All das

00:33:52: zusammen

00:33:52: alle vier Wohnquartiere die entstanden

00:33:54: sind.

00:33:55: Also wirklich eine Masse.

00:33:57: ja Wir kommen zum Schluss.

00:33:59: Heute lebt also jede achte bei der GBG aus Mannheim und wir haben in diesem Podcast gehört, die GBG hat sich verändert politisch-wirtschaftlich vom Bau zum Serviceunternehmen.

00:34:11: sie hat acht Töchter und vier Enkel bekommen baut Wohnungen Spielplätze Schulen Kindergärten Jugendheime Pflegeheime Strandbad Restaurant Seniorenzentren Kunst und Sportförderung.

00:34:22: Fünfhundert Mitarbeiterinnen hat die GWG und die Töchter nochmal tausend zweihundert, also riesiges Unternehmen.

00:34:30: All das und noch viel mehr kann man in dem Buch lesen?

00:34:34: GBG in Mannheim, hundert Jahre in Hundert Geschichten.

00:34:37: Heiko Brom und Harald Stockert haben es herausgegeben zusammen mit vierzehn Co-AutorInnen im Verlag Regionalkultur ist es

00:34:44: erschienen.".

00:34:45: Ja dann sage ich herzlichen Dank!

00:34:47: Heiko Brohm, Pressechef und Leiter der Kommunikationsabteilung, der GBG sowie Harald Stokker, Direktor des Marchivums in Manheim und mein Name ist Annette Lennartz.

00:35:03: Der Podcast aus dem Machivum, Mannheims Archiv Haus der Stadtgeschichte und Erinnerung.

00:35:08: Eine Ko-Produktion

00:35:09: mit der Kulturredaktion

00:35:10: des Bermudafunk – den freien Radio Rhein-Neckar unterstützt vom Freundeskreis Machivur.

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